Geschichte Sonnbergs

In Sonnberg herrschten einst mächtige Adelsgeschlechter. Da später auch Raschala zu ihrem Besitz gehörte, war die alte Handelsstraße von Süden nach Norden in Ihrer Hand. Die Grafen von Vohburg, ein bayrisches Adelsgeschlecht, waren die Lehensträger. Sie erbauten um 1170 eine Burg an der Sonnenseite der Hänge, die sich gegen das Schmidatal hinziehen, daher der Name Sonnberg. Ein unterirdischer Gang führte in 8 Meter Tiefe vom Schloß zum Dorfplatz. Dieser Gang soll auch heute noch existieren, doch kann niemand Genaueres darüber erzählen.
Im Reichskrieg im Jahre 1231 gegen Herzog Friedrich II wurde Sonnberg zerstört. Nach dieser Zeit wechselte Schloss Sonnberg oft den Besitzer. Im Jahre 1570 kam es in den Besitz der Familie Gilleis.

Wolf Georg von Gilleis ließ das veraltete und unwohnliche Schloß im Jahre 1596 an anderer Stelle neu erbauen. Von der alten Burg Sonnberg ist heute nichts mehr zu sehen, da das Material zum Bau des neuen Schlosses verwendet wurde. Dieses befindet sich inmitten eines Parks, der von Mauern und einem Wassergraben umgeben ist. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wurde Schloß Sonnberg ein Zeitlang als Kriegslazarett verwendet. Nach Kriegsende zog die russische Besatzungsmacht ein. Nach der Verwüstung des Schlosses, wurde es während der Besatzungszeit im Jahre 1955 an die Justizverwaltung verkauft. Seit 1973 wird es als moderne Strafvollzugsanstalt geführt, in der sich derzeit zirka 250 Häftlinge befinden.



Schloss Sonnberg mit Schlossteich - als "Sommerfrische Sonnberg" bezeichnet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Gründung der Pfarre Sonnberg erfolgte etwa am Beginn des 14. Jahrhunderts. Als erster Pfarrer von Sonnberg scheint im Jahre 1331 der Pfarrer Dietrich auf. Die kleine Kirche, die dem Hl. Petrus und Paulus geweiht war, wurde in der Spätgotik um einen Turm, einen Choranbau und eine Sakristei erweitert. 1544 war die Pfarre noch voll intakt. Am Ende des 16 Jahrhunderts wechselten die damaligen Herrschaftsbesitzer zum Protestantismus über. Erst Wolfgang von Gilleis, nach dem auch eine Straße in Hollabrunn benannt ist, trat um 1620 wieder zum Katholizismus über. Trotzdem hatte Sonnberg zu diesem Zeitpunkt keine eigene Pfarre und die Kirche wurde bis zum Jahre 1784 von Hollabrunn aus mitbetreut. Erst nach dieser Zeit wurden die Pfarre durch Kaiser Joseph II wiedererrichtet. Ein bedeutender Pfarrherr war Pfarrer Hutter, der sich durch seine katholischen Bühnenwerke einen Namen gemacht hatte. Nach ihm wurde eine Stätte außerhalb des Ortes benannt, auf dem sich ein Gedenkkreuz befindet. Unsere Sonnwendfeier findet alljährlich auf diesem Platz statt.

Dorfplatz mit Schwemme

Hinter der Baumgruppe befand sich die damalige Schule

Auch gab es in Sonnberg in früherer Zeit eine Schule, denn ab 1637 wurden bereits mehrere Lehrer geschichtlich erwähnt. Im Jahre 1966 wurde die damalige Volksschule wegen Schülermangels eingestellt. Heute befindet sich im ehemaligen Schulgebäude die Aufbahrungshalle, eine Wohnung und die Räume des Fotoclubs Hollabrunn.

Josef Lehners Handlung in der Schmiedgasse

Als erster hervorragender Bau nach Burg und Kirche wurde um 1320 die Mühle zwischen Sonnberg und Dietersdorf erwähnt. Die ehemalige Hofmühle, direkt neben der Strafanstalt, ist in ihrer jetzigen Erscheinungsform ein stattlicher Bau aus dem 16. Jahrhundert. Vor mehreren Jahren wechselte sie wieder einmal den Besitzer, der sehr viel zur Erhaltung dieses Bauwerks unternommen hat. Dagegen geht die Rohrmühle zwischen Sonnberg und Hollabrunn urkundlich bis ins Jahr 1285 zurück. Um 1900 zu einer Gerberei umgebaut, wird sie heute von einem Tierarzt als Pferderehabilitationsanstalt benutzt.